Der deutsche Fertigbau hat durch serielles Bauen über Jahrzehnte das Eigenheim für breite Schichten der Bevölkerung möglich gemacht. Mit der Qualitätsinitiative BDF-URBAN geht die Branche nun einen neuen Weg. Am 11.06.2026. ist Premiere zur Real Estate Arena in Hannover. Damit geht für uns ein langjähriges „Inkognito-Projekt“ an die Öffentlichkeit.

Der Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF) vertritt über 50 Unternehmen des holzbasierten Fertigbaus in Deutschland. Weit über 90% des Umsatzes macht die Branche mit Eigenheimen. Weniger im Fokus stehen Architektur, Städtebau oder gar Landschaftsarchitektur. Mit dem, Konzeptvergabeverfahren für das Schillinggelände in Bielefeld Sennestadt , das zwei Fertigbauunternehmen für sich entscheiden konnten, ist ein spannender Dialog mit dem Bundesverband zustande gekommen, der zu einem Entwicklungsprozess für urbanen Fertigbau geführt hat. Seit 2022 beraten wir den Bundesverband Deutscher Fertigbau im Hintergrund unter „Jung Stadtkonzepte Inkognito“ bei der Entwicklung der neuen Qualitätsinitiative BDF-URBAN.
Qualitätsinitiative BDF-URBAN wurde 2023 in Sennestadt gegründet
Erstes Ergebnis der Qualitätsinitiative, der sich nach einem verbandsinternen Aufruf 18 Unternehmen im BDF angeschlossen hatten, war die Gründungsveranstaltung BDF-URBAN am 24. Novemver 2023 in Sennestadt. Hier war mit der Entwicklung des Schillinggeländes die Idee geboren und die mitwirkenden Unternehmen haben sich im Sennestadtpavillon zu sieben Prinzipien des urbanen Fertigbaus verständigt und bekannt..
Der gemeinsame Prozess war ein voneinander Lernen, ein engagiertes Diskutieren sowie ein laufendes Priorisieren und Verdichten. Selbstredend geht es den Unternehmen primär darum, Häuser zu bauen und diese Häuser brauchen Flächen. Die Branche ist es gewohnt als Auftragnehmer eines Bauherrn oder Entwicklers zu bauen. Technische Qualitäten hat man seit fast 40 Jahren über die Qualitätsgemeinschaft Deutscher Fertigbau (QDF) sehr erfolgreich kultiviert und zertifiziert. Einige Unternehmen stellen sich selbst als Entwickler auf oder planen Flächenentwicklung zunehmend selbst in die Hand zu nehmen. Selbstverständnis und Innovation gehen jedoch weitgehend vom Gebäude aus.
Den Blickwinkel um städtebauliche Belange erweitern
Mit „BDF-Urban“ ging es darum, das Blickfeld auf städtebauliche Belange zu erweitern, Flächenentwicklung mit Qualitäten eines nachhaltigen Städtebaus zu verknüpfen und eine neue Rolle als Partner der Kommunen zu finden . Mit „Haus in der Gruppe“ entstand ein weiteres Ergebnis dieses Prozesses, das alle Mitgliedsunternehmen des Verbandes mit breiter Zustimmung überzeugen konnte. Es ist ein Gedankenschritt vom Eigenheim auf dem Grundstück zum Ensemble mit (halb)öffenlichem Raum.

In der Analyse ergab sich, dass der erste Schritt eine überschaubare Größenordnung braucht, die den überwiegend mittelständischen, inhabergeführten Unternehmen eigene Projektentwicklungen ermöglicht. Es sollte zudem eine Skalierbarkeit für größere Aufgaben gegeben sein, die dann im Zusammenschluss gemeinschaftlich unter einem Label BDF-URBAN angegeangen werden.
Qualitätsphilosophie wird vom Gebäude in den Städtebau erweitert
Der deutsche Fertigbau hat mit „Haus in der Gruppe“ seine Qualitätsphilosophie vom zertifizierten Gebäude auf ein zertifiziertes Gebäudeensemble erweitert. Auf der Grundlage von sieben Prinzipien werden serielle Stadtbausteine durch die Erweiterung um Standards für Grundstücke, Erschließung, Infrastruktur, Lagemerkmalen, Freiräume und Verfahren. Damit wird eine Qualitätsgemeinschaft für den seriellen Umgang mit Orten geschaffen.
Die richtige Größe für den Bauturbo
Haus in der Gruppe wird sich zunächst auf Flächen von 0,4 bis maximal 4 Hektar und auf die Gebäudeklassen I bis III konzentrieren. Die Flächengrößen entsprechen den häufigsten Alltagsaufgaben in der Kommunen: Arrondierung, Nachverdichtung, kleinteilige Flächenkonversion. Es sind die Flächen, die in den Kommunen meist von lokalen Bauträgern, oder privaten Eigentümern entwickelt werden und im Maßstab gut zum Trend um den sogenannten Bauturbo passen. Im Mittelpunkt stehen die Qualitäten und die Erfüllung von Nachhaltigkeitskriterien. Effizienz und Geschwindigkeit kommt über das Serielle. Hier sind die Unternehmen des deutschen Fertigbaus gut aufgestellt und voller Innovationskraft.
Zielgruppe kommunale und gemeinnützige Entwickler
Haus in der Gruppe richtet sich an Kommunen, kommunale Unternehmen oder gemeinnützige Entwickler, die trotz Turbo eine hohe Energie und Ressourceneffizienz zusammen städtebaulichen Qualitäten sehen möchten, sowie eine.verlässliche Erfüllung ihrer Klimaschutz,- und Nachhaltigkeitsziele erwarten. Die Qualitätsgemeinschft Deutscher Fertigbau QDF erweitert damit ihre Qualitätssicherungsversprechen schrittweise um städtebauliche Belange.

Flächen mit gemeinschftlicher Nutzung sind der Schlüssel
Die Strategie setzt auf mehr Anteile an Gemeinschaftsflächen am Bruttobauland für mehr Effizienz im Umgang mit ruhendem Verkehr und leistungsfähigen Grünflächen für Niederschlagswasser und Klimafolgenanpassung. Das konnte in Sennestadt mit den Wohnhöfen und den gemeinschaftlichen Grünflächen bereits planerisch umgesetzt werden. Die Erfahrung ist da und es geht allein um Weiterentwicklung. Gemeinschaftlich nutzbarer halböffentlicher Raum ist der Schlüssel zu wiedererkennbaren Qualitäten und Adressbildung rotz Dichte und kleiner Grundstücke.
Das Projekt geht weiter
In Hannover geht der Bundesverband Deutscher Fertigbau nun erstmalig mit BDF-URBAN an die Öffentlichkeit. Die Broschüre „Haus in der Gruppe“ mit Design von Bodo Wirtz und den Visualisierungen von Render-Haven unterstützt den Vertrieb. Ab Juli folgt ein Qualifizierungsprozess für Unternehmen über die Fertigbauakademie und im Herbst öffnet sich BDF-URBAN für den Dalog mit Kommunen, Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten.